Arbeitszeitrechner
Ein Arbeitszeitrechner ermittelt aus Arbeitsbeginn, Arbeitsende und Pausen die geleistete Arbeitszeit. Das ist besonders nützlich, wenn Schichten unterschiedlich lang sind oder die Stunden einer Woche zusammengerechnet werden sollen. Im Folgenden erkläre ich die Rechnung anhand konkreter Zeiten.
So wird die tägliche Arbeitszeit berechnet
Die Grundrechnung lautet: Arbeitsende − Arbeitsbeginn − Pausen = Arbeitszeit. Beginnt ein Arbeitstag um 08:00 Uhr und endet um 17:15 Uhr, liegen dazwischen 9 Stunden und 15 Minuten. Nach Abzug von 45 Minuten Pause bleiben 8 Stunden und 30 Minuten Arbeitszeit.
| Beispiel | Beginn | Ende | Pause | Arbeitszeit |
|---|---|---|---|---|
| Kurzer Arbeitstag | 08:00 | 15:00 | 30 Minuten | 6 Stunden 30 Minuten |
| Arbeitstag mit 45 Minuten Pause | 08:00 | 17:15 | 45 Minuten | 8 Stunden 30 Minuten |
| Schicht über Mitternacht | 22:00 | 06:30 am Folgetag | 30 Minuten | 8 Stunden |
Bei einer Schicht über Mitternacht gehört das Arbeitsende zum nächsten Kalendertag. Von 22:00 bis 06:30 Uhr vergehen 8 Stunden und 30 Minuten; nach 30 Minuten Pause bleiben 8 Stunden.
Wochenstunden und Sollzeit vergleichen
Für die Wochenarbeitszeit werden die berechneten Tageswerte addiert. Angenommen, es ergeben sich von Montag bis Freitag 8:00, 8:30, 7:30, 8:00 und 6:30 Stunden. Die Summe beträgt 38 Stunden und 30 Minuten. Bei einer vereinbarten Sollzeit von 40 Stunden liegt die Differenz bei minus 1 Stunde und 30 Minuten.
Eine solche Differenz ist zunächst nur ein rechnerischer Wert. Ob daraus ein Plus oder Minus auf einem Arbeitszeitkonto entsteht, hängt unter anderem von der vereinbarten Sollzeit und den Regeln für die Zeiterfassung ab. Urlaub, Feiertage und Krankheitstage lassen sich deshalb nicht allein aus Beginn und Ende einer Schicht beurteilen.
Stunden und Dezimalstunden unterscheiden
Für Abrechnungen werden Zeiten häufig als Dezimalstunden benötigt. Dabei gilt: Minuten ÷ 60 = Dezimalanteil einer Stunde. So sind 30 Minuten gleich 0,5 Stunden und 15 Minuten gleich 0,25 Stunden. Eine Arbeitszeit von 8 Stunden und 30 Minuten entspricht folglich 8,5 Dezimalstunden – nicht 8,30 Stunden.
Bei einem beispielhaften Stundenlohn von 20 € ergäben 8,5 bezahlte Stunden rechnerisch 170 € brutto. Ob alle erfassten Zeiten vergütet werden, richtet sich nach der jeweiligen Vereinbarung.
Pausen bei der Eingabe beachten
Eine Pause wird nur dann abgezogen, wenn währenddessen nicht gearbeitet wird. Wer etwa von 08:00 bis 16:30 Uhr anwesend ist und 30 Minuten Pause macht, kommt auf 8 Stunden Arbeitszeit. Ohne Pausenabzug wären es 8 Stunden und 30 Minuten – ein Unterschied, der sich über mehrere Tage summiert.
Für Deutschland sieht das Arbeitszeitgesetz bei einer Arbeitszeit von mehr als sechs bis zu neun Stunden grundsätzlich mindestens 30 Minuten Ruhepause vor, bei mehr als neun Stunden mindestens 45 Minuten. Ruhepausen zählen grundsätzlich nicht zur Arbeitszeit. Für eine verlässliche Berechnung sollten daher die tatsächlich genommenen Pausen eingetragen werden, statt sie pauschal anzunehmen.